Informationen Flattertiere

Flatter- oder Fledertiere: wissenschaftlicher Name: Chiroptera. Flattertiere sind eine Ordnung der Saeugetiere.


Infos zu den Flattertieren

  • Unterklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
  • Klasse: Säugetiere (Mammalia)
  • Unterstamm: Kiefertiere (Gnathostomata)
  • Stamm: Chordatiere, Rückensaitentiere (Chordata)
  • Unterabteilung: Neumundtiere (Deuterostomia)
  • Bilateria

Allgemeines

Die Flatter- oder Fledertiere wurden früher wegen ihres oft mausartigen behaarten Körpers auch Fledermäuse genannt. Die Fledermäuse bilden aber nur eine Unterordnung dieser Ordnung. Die andere Unterordnung bilden die Flughunde.

Flattertiere sind nicht die einzigen Säugetiere, die den Luftraum erobert haben. Auch Großgleitflieger, Gleithörnchenbeutler und Gleithörnchen könne mit Hilfe von seitlich am Körper ausspannbaren Flughäuten im Gleitflug von einer höheren Stelle zu einer niedrigeren gleiten. Richtig fliegen aber, das können nur die Flattertiere. Durch die Verlängerung der Mittelhandknochen und des zweiten und fünften Fingers und Ausbildung einer Flughaut zwischen diesen Fingern besitzen sie einen hochwirksamen Flügel. Die Flattertiere erreichen eine Geschwindigkeit bis zu 50 km/h. Die Flughaut setzt sich über die Körperseiten nach hinten über die Beine, außer den Füßen, bis zum Schwanz fort.

Wenn es sehr kalt ist, dann wickelt sich das Flattertier in seine Flughäute ein, sie dienen als Mantel. Bei starker Wärme dagegen dienen sie als fächelnder Wärmeabstrahler. An den Armen sind der nicht in die Flughaut einbezogene Daumen und bei Flughunden oft auch der zweite Finger mit einer kräftigen Kralle versehen, was auch für die fünf Zehen der Füße gilt. An diesen Zehenkrallen hängt sich das Tier kopfabwärts an Vorsprüngen, Ästen u.ä. auf und die Daumenkralle hilft notfalls beim vierfüßigen Klettern.

Die Nachtjäger haben Augen, die nur gering entwickelt sind, die Dämmerungsflieger dagegen haben besonders große Augen und einen gut ausgebildeten Geruchssinn. Flattertiere können aber auch ausgezeichnet hören. Vor allem die Fledermäuse benutzen ein Echopeilsystem mit für den Menschen nicht hörbarem Ultraschall. Dadurch können sie selbst bei völliger Dunkelheit ihre Umwelt erkennen.

Das Gebiss besteht aus kleinen, spitzen Zähnen. Die Schneidezähne haben sic oft zurückgebildet, der Darm ist meist kurz.

Anhand der Ohren und der Nasenregion kann man die jeweiligen Ernährungs- und Lebensweise erkennen. Bei den Flughunden ist die Nasengegend nicht wie bei den Fledermäusen verkürzt und trägt auch keine häutigen Aufsätze, Schalltrichter u.ä., sondern wirkt eher wie die normale Riechnase eines Kleinsäugers. Die Ohren sind normal säugerartig gestaltet, während sie bei den Fledermäusen an der Basis der Ohrmuschel eine längliche freistehende Klappe am Innenrand besitzen und so auf die besondere Leistungsfähigkeit des Fledermausohres hinweisen.

Gewicht und Flügelspannweite reichen von 1,5 g und 15 cm bis 1,5 kg und 2 m. Die Flattertiere können maximal 30 Jahre alt werden. Der Durchschnitt liegt bei 4-5 Jahren.

Verbreitung

Die Flattertiere kommen weltweit, außer in der Arktis, Antarktis und auf den höchsten Bergen, vor.

Lebensweise

Die insektenfressenden Fledermäuse erjagen ihre Beute im Flug, ganz selten auch am Boden. Die Flughundverwandten verzehren Früchte und Säfte und landen dazu natürlich. Flattertiere sind Dämmerungs- oder Nachttiere. Tagsüber hängen sie meist in Gesellschaft zahlreicher Artgenossen an ihren Schlafplätzen in Höhlen, unter Dächern oder auf Schlafbäumen. Eine in das Wasser gefallene Fledermaus - einige karibische Arten fangen sogar Fische, die sich nah an der Oberfläche aufhalten - kann sich notfalls mit flatternd-hopsenden Bewegungen vor dem Ertrinken retten.

Die Flattertiere in unseren Breiten halten einen Winterschlaf. Dazu ziehen sie sich in Höhlen, unter Dächern, in Kellern, Stollen, hinter Kirchenmauern u.ä. zurück. Alle Lebensfunktionen sind dann stark herabgesetzt, auch die Spermien, die im Herbst in die Geschlechtswege der Weibchen gelangt sind, bleiben lebensfähig, bis zum nächsten Frühjahr. Die Eier reifen nach dieser Keimruhe und werden von den überlebenden Samen befruchtet. Die Jungen werden dann in der günstigeren Jahreszeit - bei uns im Juni - geboren.

Fortpflanzung

Die meisten Flattertiere gebären nur ein Junges. Einige Arten aber bekommen regelmäßig Zwillinge. Das Baby klammert sich sofort nach der Geburt flugsicher an der Mutter fest. Die Weibchen haben zwei brustständige Milchdrüsen, aus denen das Junge getränkt wird. Das Muttertier kümmert sich alleine um ihr Junges.

Die Hoden der Männchen befinden sich normalerweise in der Bauchhöhle. Zur Fortpflanzungszeit - bei uns im Herbst - wandern sie in den Hodensack hinab.

Die Jungen der insektenfressenden Fledermäusen werden mit 6-8 Wochen selbstständig, die der fruchtfressenden Flughunden und Flugfüchsen erst nach 4-6 Monaten. Die meisten Fledermausarten werden im zweiten Lebensjahr geschlechtsreif.

Verwandtschaft

Flattertiere gehören zur Unterkllasse der Höheren Säugetieren (Eutheria)
dazu gehören auch die Ordnungen:

  • Insekten- oder Kerbtierfresser (Insectivora)
  • Rüsselspringer (Macroscelidea)
  • Riesengleiter (Dermoptera)
  • Spitzhörnchen (Scandentia)
  • Herrentiere oder Primaten (Primates)
  • Nebengelenktiere (Xenarthra)
  • Schuppentiere (Pholidota)
  • Nagetiere (Rodentia)
  • Raubtiere (Carnivora)
  • Hasentiere (Lagomorpha)
  • Waltiere (Cetacea)
  • Röhrenzähner (Tubulidentata)
  • Rüsseltiere (Proboscidea)
  • Seekühe (Sirenia)
  • Schliefer (Hyracoidea)
  • Unpaarhufer (Perissodactyla)
  • Paarhufer (Artiodactyla)

Systematik

Zur Ordnung der Flattertiere (Chiroptera) gehören die Familien:

  • Flughunde i.e.S. (Pteropidae))
  • Glattnasen-Freischwänze (Emballonuridae)
  • Hasenmäuler (Noctilionidae)
  • Mausschwanz-Fledermäuse/Klappnasen (Rhinopomatidae)
  • Echte Vampire (Desmodontidae)
  • Bulldogg-Fledermäuse (Molossidae)
  • Blattnasen (Phyllostomatidae)
  • Rundblattnasen (Hipposideridae)
  • Großblattnasen oder Falsche Vampire (Megadermatidae)
  • Schlitznasen (Nycteridae)
  • Hufeisennasen (Rhinolophidae)
  • Stummeldaumen (Furipteridae)
  • Neuseeland-Fledermäuse (Mystacinidae)
  • Madagassische Haftscheibenfledermäuse (Myzopodidae)
  • Trichterohren (Natalidae)
  • Amerikanische Haftscheibenfledermäuse (Thyropteridae)
  • Mausohr-Fledermäuse/Glattnasen (Vespertilionidae)
  • Schweinsnasen-Fledermäuse (Crasoenycteridae)
  • Kinnblatt-Fledermäuse (Mormoopidae)


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