Informationen Dachse

wissenschaftlicher Name: Melinae. Dachse sind eine Unterfamilie der Raubtiere.


Infos zu den Dachsen

  • Familie: Marder (Mustelidae)
  • Überfamilie: Marder- und Bärenartige (Arctoidea)
  • Unterordnung: Landraubtiere (Fissipedia)
  • Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
  • Unterklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
  • Klasse: Säugetiere (Mammalia)
  • Unterstamm: Kiefertiere (Gnathostomata)
  • Stamm: Chordatiere, Rückensaitentiere (Chordata)
  • Unterabteilung: Neumundtiere (Deuterostomia)
  • Bilateria

Allgemeines

Der Körper der Dachse ist kräftig gebaut und keilförmig. Der Kopf ist klein und der Nacken kurz und kräftig. Der Schwanz ist, bis auf eine Ausnahme (Sonnendachs) kurz. Die Schnauze ist verlängert. Die Augen und Ohren sind klein. Die Haut der Dachse ist derb, die Oberhaare sind lang und rau. Die Füße sind groß und kräftig bekrallt, die Beine sind stämmig.

Dachse sind Zehengänger und haben dadurch eine typische, rollende Gangart.

Auch bei den Dachsen ist der Unterkiefer sehr fest im Oberkiefer eingelenkt. Selbst bei einem präparierten Tier ist es unmöglich, den Unterkiefer vom Oberkiefer zu lösen, ohne die Gelenkpfannen zu zerstören.

Verbreitung

Dachse findet man in Afrika, Eurasien und Nordamerika. Als Lebensraum bewohnen sie hauptsächlich Waldland und Wälder, auch Stadtparks und Gärten. Einige Arten leben in Bergen, in der Steppe oder Savanne.

Lebensweise

Die meisten Dachs-Arten sind nachtaktiv. Viele Arten legen kunstvolle Höhlensysteme an.

Fortpflanzung

Auch bei den Dachsen findet die bei den >Mardern erwähnte Keimruhe statt. Die eigentliche Tragzeit liegt bei 3 1/2 Monaten, plus die Zeit der Keimruhe.

Verwandtschaft

Dachse gehören zur Familie der Marder (Mustelidae)
dazu gehören auch die Unterfamilien:

  • Otter oder Wassermarder (Lutrinae)
  • Honigdachse (Mellivorinae)
  • Skunke oder Stinktiere (Mephitinae)
  • Wieselartige (Mustelinae)

Systematik

Zur Unterfamilie der Dachse (Melinae) gehören die Gattungen:

  • Schweinsdachse (Arctonyx)
  • Echte Dachse (Meles)
  • Sonnendachse (Melogoale)
  • Stinkdachse (Mydaus)
  • Philippinen-Stinkdachse (Suillotaxus)
  • Silberdachse (Taxidea)

Gattungen und Arten

Die Gattung der Echten Dachse (Meles) besteht aus einer Art, dem Europäischen Dachs, Eurasischen Dachs, Grimbart oder Gräving (Meles meles). Er lebt im Waldland und in Steppengebieten in fast ganz Europa, auch bei uns in Deutschland. Er erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von 67-81 cm, eine Schwanzlänge von 15-20 cm und ein Gewicht von 10-12 kg. Die Oberseite des Körpers ist grauschwarz, die Unterseite, sowie die Beine und Füße sind schwarz. Der Kopf und die Ohrspitzen sind weiß, von der Schnauze über die Augen bis hinter die Ohren laufen schwarze Gesichtsstreifen. Der Dachs ist kein Einzelgänger. Man kann häufiger mehrere Dachsfamilien in einem Bau antreffen. Ein Dachsbau kann bis zu 5 m in die Tiefe führen. Der Dachs legt die Eingänge meisten so an, dass sie unter einem Gebüsch oder zwischen Brennnesseln versteckt liegen. Seine Wohnung polstert er mit weichem Pflanzenmaterial aus, dass er hin und wieder an die Erdoberfläche schleppt, um es dort auszulüften. Dann wird der Bau wieder damit ausgepolstert. Der Dachs ist ein sehr reinliches Tier, selbst die Kotablageplätze liegen außerhalb der Bauten. Man kann sagen, dass der Dachs ein Allesfresser ist. Er frisst neben pflanzlicher Kost, wie Knollen, Wurzeln, Pilze, Beeren und süße, überreife Früchte, auch Insekten und deren Larven, Schnecken, Würmer, Frösche und Eidechsen. Auch vergreift er sich auch mal an bodenbrütenden Vögel und deren Eier, oder aber auch Mäuse und junge Kaninchen. Die Paarungszeit ist von Juli bis September. Die Paarung selber kann bis zu einer Stunde dauern. Dann im Februar/März bringt das Weibchen 1-5 blinde, weiß-wollig behaarte Junge zur Welt. Die Augen öffnen sich mit dreieinhalb bis fünf Wochen. Auch wenn die Jungen etwa 4 Monate gesäugt werden, bekommen sie bereits nach etwa 2 Monaten schon feste Beikost. Die Familie bleibt bis Oktober zusammen, dann vertreibt die Mutter die Jungen. Weibchen werden etwa 12 Monaten, Männchen mit 15 Monaten geschlechtsreif, erwachsen sind die Tiere aber erst mit etwa 2 Jahren. Man vermutet, dass Männchen und Weibchen eine lebenslange Einehe führen. Der Dachs gibt nicht viele Laute von sich, nur gelegentlich gibt er keckernde und bellende Wut- und Angstlaute, sowie Ranz- und Todesschreie von sich. Die Todesschreie sollen dem Heulen eines Kindes so ähneln, dass einige Jäger, die diese Schreie hörten, keine Dachse mehr jagen wollen.

Die Gattung der Philippinen-Stinkdachse (Suillotaxus) besteht auch nur aus einer Art, dem Philippinen-Stinkdachs (Suillotaxus marchei). Er lebt auf den Philippinen. Er erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von 32-46 cm. Die Oberseite des Körpers ist dunkelbraun bis schwarz, die Unterseite ist braun. Er hat eine gelbliche Haube und gelbliche Streifen am Rücken. An den Schultern befinden sich ebenfalls gelbliche Streifen, die aber verblassend wirken. Das Maul ist schmutzigweiß, das Hinterteil hat gar keine Haare und ist hellhäutig.

Die Gattung der Schweinsdachse (Arctonyx) beinhaltet nur den Schweins- oder Riesendachs (Arctonyx collaris). Er lebt in Waldgebieten in Teilen Asiens, von Peking, durch ganz Südchina und Indochina bis Thailand und Sumatra. Er erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von 55-70 cm, eine Schwanzlänge von 12-17 cm und ein Gewicht von 7-14 kg. Der Rücken ist gelblich, gräulich oder schwärzlich, die Ohren und der Schwanz sind weiß und die Füße und der Bauch sind schwarz. Über den Augen befindet sich ein dunkler Gesichtsstreifen mit weißen Rändern. Diese Ränder gehen in das Weiß von Genick und Hals über. Das Besondere am Schweinsdachs ist sein Nase. Sie wurde zu einem langen, beweglichen und unbehaarten "Schweinerüssel". Mit diesem Rüssel durchwühlt der Schweinsdachs den Boden nach Insekten und deren Larven, sowie auch anderer Nahrung. Er ist nachtaktiv und ist ein sehr guter Gräber.

Die Gattung der Silberdachse (Taxidea) beherbergt nur eine Art, den Silberdachs oder Nordamerikanischer Dachs (Taxidea taxus). Er lebt in offenem Steppengelände von Nordwest-Kanada bis südlich von Mexiko. Er erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von 42-72 cm, eine Schwanzlänge von 10-16 cm und ein Gewicht von 3,5 bis 12 kg. Die Oberseite des Körpers ist gräulich oder rötlich, die Unterseite lederfarben. Die Füße sind dunkel. Von der Nase, bis mindestens zu den Schultern läuft ein weißer Streifen. Auf dem Gesicht und dem Nacken sind schwarze Flecken. Kinn, Hals und Bauch sind weißlich. Das Besondere an ihm sind seine langen und seidigweichen Fellhaare. Er ist nachmittags und abends aktiv. Die Paarungszeit fällt in den August und den September. Dann im März/April bringt das Weibchen 1-5 Junge zur Welt. Diese werden etwa 6 Wochen gesäugt. Im September werden die Jungen dann selbstständig.

Die Gattung der Sonnendachse (Melogoale) besteht aus 3 Arten. Der Burma-Sonnendachs (Melogoale personata) lebt in Assam, Nepal, Burma und Südostasien. Er erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von 33-43 cm, eine Schwanzlänge von 15-23 cm und ein Gewicht von etwa 2 kg. Die Oberseite des Körpers ist blass- bis dunkelbraun, der Bauch ist blasser. Auf dem Rücken befinden sich Streifen. Auch der Sonnendachs legt unterirdische Gänge an oder lebt in Felsspalten. Er ist überwiegend nachtaktiv, kommt aber bereits am Abend aus seinem Bau hervor. Seine Nahrung besteht aus Früchten, Insekten, kleinen Wirbeltieren und Würmern. Im Mai oder Juni bringt das Weibchen maximal 3 Junge zur Welt. Der Chinesischer Sonnendachs (Melogoale moschata) lebt in China, Taiwan, Assam, Burma und Südostasien und der Java-Sonnendachs (Melogoale orientalis) lebt auf Java und Borneo. In Größe, Aussehen und Lebensweise unterscheiden sie sich nicht vom Burma-Sonnendachs.

Die Gattung der Stinkdachse (Mydaus) besteht wieder nur aus einer Art, dem Stinkdachs, Java-, Malaiischer Stinkdachs oder Teledu (Mydaus javanansis). Er lebt im Gebirge von Borneo, Sumatra, Java und den nördlichen Natuna-Inseln. Er erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von 37-51 cm, eine Schwanzlänge von 5-8 cm und ein Gewicht von 1,4 bis 3,6 kg. Das Fell ist dunkelbraun bis schwärzlich, mit einem weißlichen Kopfkranz. Auf dem Rücken befinden sich entweder weiße Streifen oder eine Reihe von weißen Flecken. Der Stinkdachs ist nachtaktiv und lebt in Höhlen. Seine Nahrung besteht aus Würmern, Insekten und kleinen Tieren.


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